Warum Recycling wichtig ist

Headder Recycling

Die Nutzung von natürlichen Ressourcen ist ein wesentlicher Bestandteil des menschlichen Lebens und bildet die Basis unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems. Die Ressourcen sind jedoch begrenzt. Wegen des fortschreitenden Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums muss die Menschheit diese Reserven unter immer mehr Individuen aufteilen.

Warum Recycling wichtig ist

Mutter und Kinde RecyclingWill die Gesellschaft ihre Chance auf ein gutes Leben in der Zukunft bewahren, dann führen nur eine sparsame Ressourcennutzung zusammen mit geringen Umweltauswirkungen zum Erfolg. Einerseits sind dazu ressourcenschonende Produktionsprozesse, Produkte und Nutzungskonzepte erforderlich. Andererseits müssen wir für dieses Ziel die gesamte Wertschöpfungskette neu durchdenken und zu einem Kreislauf reorganisieren.

Wer Abfälle nicht vermeiden kann, muss diese fachgerecht entsorgen. Nur so gelangen Wertstoffe über das Recycling zurück in die Wertschöpfungskette. So entsteht ein Kreislauf, der durch Recycling-Rohstoffe angetrieben wird und eine zukunftsträchtige Antwort liefert auf immer knapper werdende Rohstoffe und stetig steigende CO2-Emissionen.

Titel

Was versteht man unter dem Begriff Recycling?

Recycling ist der Prozess des Sammelns und der Wiederverwertung von Wertstoffen und Ressourcen, die nicht weggeworfen werden, sondern in die Produktion von neuen Produkten einfließen.

Recycling Kreislauf

Vorteile von Recycling

Recycling hat sowohl ökologische, als auch wirtschaftliche Effekte:

  • Es verringert die Notwendigkeit, neue Rohstoffe zu erschließen und schont natürliche Ressourcen
  • Recycling verringert Treibhausgas-Emissionen und Umweltzerstörung
  • Es spart Energie und Geld
  • Recycling reduziert die Menge an Abfällen
  • Es entlastet die Mülldeponien und Verbrennungsanlagen
  • Recycling schafft neue, besser bezahlte Arbeitsplätze in der Recycling-Industrie und der Produktion, und
  • es hilft, die Umwelt für künftige Generationen zu erhalten.

Titel

Schritte des Recyclings

Recycling beinhaltet die drei unten skizzierten Schritte: Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln. Zusammen ergeben sie den Recycling-Kreislauf, der auch im Recycling-Symbol dargestellt ist.

Recycling Symbol

1. Schritt: Sammeln und Wiederverwerten

Ob durch die Müllabfuhr und Straßenreinigung oder durch die Abgabe von Abfällen an Sammelstellen oder Wertstoffhöfe – in Deutschland gibt es viele unterschiedliche Methoden der Wertstoff-Sammlung.

Nach dem Sammeln kommen die Wertstoffe in Verwertungsanlagen. Dort werden sie sortiert, gereinigt und in wiederverwertbare Sekundärrohstoffe zerlegt. Im Anschluss gelangen die Recycling-Rohstoffe, gehandelt wie normale Rohstoffe, zurück in die Wertschöpfungskette.

2. Schritt: Produktion

Immer mehr Produkte bestehen heute aus recycelten Materialien. Beispiele für verbreitete Haushaltsprodukte, die recycelte Komponenten enthalten können, sind:

  • Zeitungen, Papiertücher und Verpackungsmaterial
  • Dosen, Flaschen und Verpackungen aus Aluminium, Plastik, Glas und Stahl
  • Möbel und Wohnaccessoires aus Gebraucht- oder Restholz

Nicht nur die Zahl der Recycling-Produkte steigt stetig, sondern ebenfalls die Gebiete, auf denen recycelte Materialien Einzug halten. Beispielsweise verwendet jetzt der Straßenbau recyceltes Glas für den Asphalt, und recyceltes Plastik fließt in die Herstellung von Teppichen oder Parkbänken ein.

3. Schritt: Kauf von Konsumgütern aus Recycling-Material

Durch den Kauf von Recycling-Produkten stellen Verbraucher sicher, dass sich die Wertschöpfungskette auch tatsächlich zum Kreislauf schließt. Es gibt eine Vielzahl an Produkten, die zumindest teilweise aus Recycling-Material bestehen.

Achten Sie beim Einkauf darauf:

  • Dass die Produkte einfach recycelt werden können. Recyclingfähige Produkte erkennt man am Symbol auf der Verpackung (siehe Recycling-Symbol oben).
  • Dass die Produkte zu möglichst großen Teilen bereits aus Recycling-Materialien bestehen. Produkte aus recycelten Kunststoffen erkennt man in Deutschland am Umweltzeichen Blauer Engel "weil aus Recycling-Kunststoffen – schützt die Ressourcen".

Blauer Engel schützt die Ressourcen

Deutschland – der Recycling-Weltmeister

Nach 20 Jahren Mülltrennung ist das Deutschland zum Inbegriff des Recyclings geworden. In der Tat gelang es dem europäischen Wiederverwertungs-Spitzenreiter, einige Meilensteine zu setzen. Während 2010 im restlichen Europa durchschnittlich 25 Prozent der Abfälle recycelt wurden, waren es in Deutschland fast doppelt so viele.

Mülltonnen

Recycling in Deutschland: Ein paar Zahlen

Das ist ein Anfang. Doch auf diese Etappensiege müssen weitere Errungenschaften folgen. Denn immer noch schaut das Recycling in Deutschland jedes Jahr bei Millionen Tonnen an Wertstoffen in die Röhre. Viele dieser Materialien landen ungenutzt in den Müllverbrennungsanlagen. Von den 583 Kilogramm kommunaler Abfälle, die bei uns jährlich eine einzelne Person produziert, gelangen immer noch 38 Prozent in die Verbrennung. 17 Prozent landen auf dem Kompost und lediglich 45 Prozent kommen ins Recycling.

Schon allein die erzeugte Müllmenge pro Kopf ist eindeutig zu hoch. Mit 583 Kilogramm kommunaler Abfälle liegt sie weit über dem europäischen Durschnitt von 502 Kilogramm. Außerdem gehört Deutschland zu den rohstoffarmen Industrienationen. Wichtige Primärrohstoffe wie Erdöl, Industrie- und Edelmetalle oder seltene Erden muss die hiesige Wirtschaft zu hohen Preisen importieren.

Abfälle + Recycling = (Sekundär-) Rohstoffe

Recycling stellt eine wirksame Methode dar, um Rohstoffimporte und die damit verbundenen Kosten zu senken. Sekundärrohstoffe aus Abfällen dienen als Ersatz und schonen die natürlichen Vorkommen. Außerdem kommt es vor, dass das Recycling von Sekundärrohstoffen ertragreicher ist, als die Ausbeute von Primärrohstoffen. So enthält eine Tonne Althandys bis zu 60-mal mehr Gold als eine Tonne Golderz.

Recycling bedeutet Sicherheit für die Rohstoffversorgung

Recycling ist das A und O für eine gesicherte Rohstoffversorgung. Ein geschlossener Rohstoffkreislauf kann die Industrie zuverlässig mit dringend benötigten (Sekundär-) Rohstoffen aus der Abfallverwertung versorgen. So deckt sich die Nachfrage nach Blei in der EU mehrheitlich über das Blei-Recycling. Auf diese Weise gelingt es der Wirtschaft, unabhängig gegenüber Preisschwankungen auf dem Weltmarkt und bei Versorgungsengpässen zu werden sowie politisch-ökonomische Druckmittel abzuschwächen.

Recycling = Umweltschutz?

Nachhaltiges Recycling schont die Umwelt. Um sich Recycling-Sekundärrohstoffen zu erschließen, muss die Wirtschaft bei Abbau, Verarbeitung und Transport meist weniger Energie einsetzen und verursacht so geringere CO2-Emissionen als bei Primärrohstoffen. Ersetzt man Primär- durch Sekundärrohstoffe, dann braucht es künftig weniger natürliche Rohstoffe. Dies wiederum verringert den Energieverbrauch, die Emissionen und die Umweltauswirkungen.

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