Das Erneuerbare-Energien-Gesetz

Weniger CO2-Emissionen: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist nicht nur ein effektives und effizientes Instrument zur Förderung von Ökostrom. Seit das Gesetz im Jahr 2000 in Kraft getreten ist, werden immer größere Teile der Stromversorgung in Deutschland über erneuerbare Energien gedeckt.

Was macht das Erneuerbare-Energien-Gesetz so erfolgreich?

Am 1. April 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft und ersetzte das bis dahin gültige Stromeinspeisungsgesetz aus dem Jahr 2000. Nach Paragraph 1 verfolgt das EEG den Zweck, "insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen". Und nicht nur das: Die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung sollen dadurch sinken, dass die deutsche Politik, Gesellschaft und Wirtschaft langfristig externe Effekte nutzt. Ferner ist Paragraph 1 ein Bekenntnis, "fossile Energieressourcen zu schonen" und Technologien zu entwickeln und zu fördern, die wir zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien benötigen. Weiterhin regelt es den Ausbaupfad für die Stromnutzung erneuerbarer Energie (EE). Denn: Spätestens im Jahr 2020 sollen laut Novelle aus 2011 erkleckliche 35 Prozent des Stroms aus EE stammen. Bis in die Jahre 2030, 2040 und 2050 sollen diese Anteile sogar schrittweise auf 50, 65 und 80 Prozent klettern.

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Seither sind Netzbetreiber dazu verpflichtet, EE-Anlagen vorrangig an ihr Netz anzuschließen. Sie müssen den daraus erzeugten Strom abnehmen und weiterleiten. Dies gilt für alle EE-Anlagen. Vergüten müssen die Netzbetreiber lediglich den Strom aus Anlagen, bei denen wegen der Stromerzeugungskosten ein wirtschaftlicher Betrieb ohne Förderung nicht möglich ist. Davon ausgeschlossen sind laut EEG zum Beispiel alte Wasserkraft- oder große Biomasseanlagen. Die Einrichtungen zur Nutzung von Windenergie, Solarstrahlung, Erdwärme (Geothermie) sowie Biomasse- und kleine Wasserkraftanlagen sind je nach EE-Quelle differenziert zu betrachten und in der Regel für 20 Jahre festgelegt. Da mit der technischen Weiterentwicklung geringere Erzeugungskosten einhergehen, sinken die Vergütungen für neu in Betrieb genommene Anlagen in der Regel jährlich.

Eine optionale Direktvermarktung mit Marktprämie seit 2012 ersetzt die feste Vergütung durch einen an den Erzeugungskosten orientierten Zuschlag. Dieser orientiert sich am durchschnittlichen monatlichen Börsenstrompreis. Zusätzlich soll eine Managementprämie die Vermarktungskosten decken. Anlagenbetreiber erhalten durch sie einen Anreiz, ihren Strom selbst zu vermarkten. Sie können die Erzeugungskapazität der Anlage vergrößern. Sie erwirtschaften höhere Erträge, indem sie ihren Strom bei knappem Angebot einspeisen. Dies verbessert die Markt- und Systemintegration.

Auch die Wälzung, also die bundesweite Verteilung von Strom und Vergütungszahlungen, trägt zum Erfolg des EEG bei. Die von den Netzbetreibern vergüteten Strommengen können am Markt optimal verkauft werden. Die Erlöse reduzieren die Vergütungssummen, die Anlagenbetreiber erhalten. Die verbleibenden Summen verteilen sich bundesweit auf die an alle Endverbraucher ausgelieferte Strommenge pro Kilowattstunde (EEG-Umlage). Die Strombezieher erhalten außerdem den gleichen Anteil an vergütetem EE-Strom, der auf der Stromrechnung steht. Dies soll sowohl den Nutzen, als auch die Kosten der EE-Förderung verursachergerecht auf die Stromkunden umlegen. Weitere Informationen zur EEG-Umlage gibt es im Abschnitt "Warum steigt die EEG-Umlage?".

Alle vier Jahre erhält der Bundestag einen Erfahrungsbericht, der den Erfolg des EEG fördern soll. Der Bericht dient als Grundlage für die Weiterentwicklung und Novellierung des Gesetzes. Die 2007 gegründete Clearing-Stelle EEG schlichtet indes Streitfälle zwischen den Akteuren – meist zwischen Anlagen- und Netzbetreibern. Die Gestaltung des EEG bewirkt niedrige Transaktionskosten bei möglichst großem volkswirtschaftlichen Nutzen.

Ökostromkosten sinken unter die für Fossil-Elektrizität

2030 werden die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien in Deutschland voraussichtlich rund 7,6 Cent pro Kilowattstunde betragen. Die gleiche Menge Strom aus neuen Erdgas- und Kohlekraftwerken kostet dann voraussichtlich über neun Cent – ohne die Zusatzkosten für Netzausbau, Stromspeicherung und Lastmanagement miteinzuberechnen. Auch die Umwelt- und Gesundheitskosten, die bei der konventionellen Stromerzeugung entstehen, sind nicht einkalkuliert. Berechnet man diese ein, so ist erneuerbarer Strom teilweise schon heute deutlich günstiger als fossiler. Das hat die UBA-Studie Nachhaltige Stromversorgung der Zukunft herausgefunden. UBA-Präsident Jochen Flasbarth erklärt in der Stuttgarter Zeitung den Kostenvorteil für Ökostrom. Und eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgeforschung berechnet die Kosten des Ausbaus erneuerbarer Energien: Eine Metaanalyse von Szenarien.

 

 

Weiterführende Artikel finden Sie hier:

  1. Warum steigt die EEG-Umlage?
  2. Welche Möglichkeiten haben die privaten Haushalte, ihre Stromkosten zu senken?
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