Cradle to Cradle – von der Wiege bis zur Wiege

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Öko-Effektivität

Dieser Begriff beschreibt in einem Wort das Prinzip von Öko-Visionär Michael Braungart aus Hamburg. Alle Produkte müssen nur richtig designt werden meint er, so dass sie entweder vollkommen kompostierbar oder vollständig in wiederverwertbare Teile zerlegt werden können. So könne man durch die Realisierung einer kompletten Kreislaufwirtschaft, Schluss machen mit dem Ressourcen sparen.

Produkte Cradle to Cradle

Weniger vom Schlechten ist immer noch schlecht

Braungart stellt die Prinzipien der Umweltbewegung in Frage. Energiesparen, Klimaneutralität und Effizienz hält er für Unsinn. Stattdessen vertritt er die Meinung es gehe um Material und Design statt um Energie. Produkte müssen schon so hergestellt werden, dass sie vollständig abbaubar oder komplett wiederverwertbar sind. Hybriden oder Zwischenlösungen lehnt Braungart ab. Weniger Schlechtes in einem Produkt sei eben immer noch schlecht! Und Braungart treibt es auf die Spitze: "Der ökologische Fußabdruck des Menschen dürfe ruhig ein großer sein, wenn er denn ein positiver ist." Mit dieser Meinung polarisiert Michael Braungart sehr stark. Ernst Ulrich von Weizäcker beispielsweise findet den Ansatz grundsätzlich gut. Aber er meint, die Leute seien verstört, weil Braungart nicht über Energie rede. Die Arbeit der Umweltbewegung in Kombination mit Braungarts Theorie hält Weizäcker für eine ideale Kombination. Sein Co-Autor William Mc Donough unterstützt Braungarts Arbeit voll und ganz. Es sei eine geniale Idee und er schätzt die Zusammenarbeit mit ihm. Andere nennen Michael Braungart starrsinnig und anstrengend. Er sei eben ein Provokateur. Aber vielleicht ist es genau das, was die Menschen wach rüttelt und zu einem Umdenken bewegen kann.

Was braucht der Mensch wirklich?

Zwei Bücher hat Michael Braungart, Chemiker und Verfahrenstechniker mit Greenpeace Hintergrund, zu seiner Theorie schon veröffentlicht. Die Bücher "Cradle to Cradle" und "The Upcycle" entstanden unter der Mitarbeit des amerikanischen Architekten William McDonough, einem seiner größten Befürworter. Auch namenhafte Firmen und Institutionen haben sich das Prinzip zumindest in Teilen zu eigen gemacht. Zu nennen sind hier z.b. WalMart, die Nasa, Procter & Gamble, Puma sowie Triumph. Dennoch probieren die meisten Firmen das Konzept eher in Nischenbereichen aus, als ihr gesamtes Sortiment danach auszurichten. Anschauliche Beispiele für Braungarts Theorie sind z.b. Joggingschuhe. Diese unterstützen den Menschen im Sport und in der Erhaltung seiner körperlichen Gesundheit. Auf der anderen Seite geben sie aber auch bei jedem Schritt Partikel ab, die krebsfördernd sein können oder die Fruchtbarkeit verringern, so Braungart. Ein anderes Beispiel seien Passivhäuser. Unter einem Passivhaus wird ein Gebäude verstanden, das aufgrund seiner guten Wärmedämmung in der Regel keine klassische Gebäudeheizung benötigt. Die Menschen ziehen dort ein um die Umwelt zu schonen. Allerdings sollen diese Häuser ein dermaßen schlechtes Raumklima aufweisen, dass sogar die Gefahr der Asthmaerkrankung bestehe, besonders gefährdet seien Kinder. Michael Braungart hat in Hamburg einen Showroom, der nur mit Produkten ausgestattet ist, die nach seinem Prinzip entwickelt worden sind. Man findet dort, neben anderen Produktlösungen, z.B. eine Dusche die mit wiederverwertbaren Fliesen ausgestattet ist, die nach seinen Prinzipien produziert worden sind. Danach könne man in die Cradle to Cradle Arbeitskleidung schlüpfen und aus dem Haus gehen. Oder man setzt sich auf den Teppich, der auch noch die Raumluft reinigt und spielt mit seinen Kindern mit Cradle to Cradle Spielzeug. Hier wird das Prinzip von Michael Braungart vollständig erfahr- und fassbar für Außenstehende. Über 1300 Produkte sind nach Aussage von Michael Braungart schon nach seiner Theorie entwickelt und produziert worden. Die Unternehmen und Firmen schätzen Braungarts Ideen, weil er nicht dauernd mit "So nicht!" argumentiere sondern ihnen eine konkrete Lösung aufzeige.

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